Chris Art & Travel


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Südafrika - Stilbaai

Reiseerzählung



Stilbaai und Game Lodge, 2001



An einem Sonntagmorgen machen wir uns auf in Richtung Stilbaai. Der erste Halt gilt der Tankstelle Whistlestop in Riviersonderend, eine der besten Tankstellen auf dem Weg zur Garden Route. Wir kaufen einige Snacks und machen uns wieder auf den Weg. Der Himmel ist strahlend blau und die Sonne brennt unbarmherzig auf die afrikanische Ebene. Wir freuen uns dass bei knapp 38 Grad, die Air Conditioning einwandfrei funktioniert. Die Fahrt führt uns auf der fast schnurgeraden Straße durch das malerisch historische Swellendam, vorbei an den schönen Ausläufern der Langeberg Mountains, bis wir nach knapp 280 km Stilbaai erreichen.

Ein breiter Fluss trennt die Stadt in den Ost und Westteil, die durch eine niedrige Brücke miteinander verbunden sind. Die große flache Flussmündung mit ihrem bewachsenen Gräsern wird von einigen Wasservögeln aufgesucht. Zunächst nehmen wir die Strasse in den Osten der Stadt direkt zum leeren Strandparkplatz. Der Himmel ist strahlend blau und eine steife Brise weht uns den Sand in die Augen. Der nächste Windschatten bietet uns das Strandlokal, das Lappiesbaai, wo wir bei einem Grapetizer Zeit haben, die Schönheit des traumhaften Strandes und der ideal gelegenen Ortschaft erst einmal auf uns wirken zu lassen.

Im Westen der Stadt sieht man deutlich die Wellen die sich in Richtung des kleinen Hafens austoben. Wir fahren kurz darauf hinüber um uns die Wellen näher anzuschauen und treffen auf mehrere Wellenreiter die wagemutig über die schroffe sandlose Ufer den Wellen zuschwimmen. Die Wellen sind scheinen gewaltig und rauschen kraftvoll heran. Es ist faszinierend die Wellenreiter zu beobachten, wie sie die Kraft des Wassers nutzen und sich von der Welle davontragen lassen.

Von Freunden hatten wir die Adresse eines Guesthouses im nahen Jongensfontein bekommen und so machen wir uns am Nachmittag zunächst auf den Weg um unsere Unterkunft zu begutachten. Die 10 km Fahrt durch unbewohnte nur mit Büschen bewachsene Natur vergeht schnell und die ‚Little Rock Lodge' ist am Meer liegend schnell gefunden.
Keines der vier Zimmer war bisher belegt und so konnten wir uns eines der Zimmer auswählen. Die Nummer 4 war mit Abstand das beste Zimmer und wartete mit einem großartigen Blick auf. Lediglich die Gastgeberin Christel Joubert, ist mit ihrer sonoren Stimme etwas gewöhnungsbedürftig. Auch der Geruch des frischen Reets, dass sich über uns im offenen Gebälk befinded ist belastend. Der Wind ist stark und so hohe Wellen habe ich noch nie gesehen. Die brausende Gischt bildet eine Menge Schaum der mehr und mehr ans Ufer schwappt.

Die meisten Lokale haben an Sonntagen geschlossen, so bleiben wir an diesem Abend in Jongensfontein und genießen von unserem Balkon aus den Sonnenuntergang der die tosenden Wellen in ein rotes flatterndes Seidentuch verwandelt. In der Nacht sind die Wellen gar so laut, dass sie mich wecken. Selbst vom Bett aus, kann ich Sie sehen, wie sie weiß und tosend mir entgegen brausen.

Bei dem für Europäer etwas gewöhnungsbedürftigem Frühstück unterhält sich Christel mit uns ununterbrochen, und wir müssen immer an den Meerblick denken, der uns schmunzelnd entschädigt. Wir genießen diesen weiteren windigen Tag mit einer Fahrt zum historischen Cape Dutch House der Touristeninformation. Wir decken uns mit Informationen ein, fahren dann zum Bird Hide und zu den Fischpools. Mittags gibt es Toasted Sandwichs und am Abend essen wir im kühlen ‚On the Rocks' eine hervorragende Seafood Platter.

Am nächsten Morgen hat Christel auf meinen Wunsch hin auf die Zubereitung des frittierten panierten Huhns und der Kroketten verzichtet und bietet uns gekochte Nieren, Scones und Muffins. Der Käse den ich mir wünschte, serviert sie in Form eines geraspelten orangenen Cheddars. Nach dem Frühstück packen wir unsere Koffer und fahren am Vormittag ein letztes mal in den Ort und an den schönen Moquini Beach und dann gemächlich in Richtung Albertina.

Es ist heiß und windig. Für den Abend habe ich eine Log Cabin in der Garden Route Game Lodge gebucht und es ist noch Zeit vor dem Einchecken. Im Ort kaufen wir einige Snacks für den Abend und halten bei der Aloe Ferrox Factory, um uns bei einem Aloe-Tee die Heilkräften der ALOE erläutern zu lassen. Wir kaufen einige Aloe Produkte und erreichen am Mittag die Lodge. Wir gelangen zum einfachen Gebäude nach einem Kilometer auf einem schmalen Betonpfad durch eine karge Farmlandschaft. Das halbrunde Gebäude bietet unter einfachen überdachten Stelzen im Sand eine ruhige Parkmöglichkeit. Die Rezeption liegt in einem schmalen dunklen Flur und wirkt wenig einladend. Man teilt uns mit, dass wir eine halbe Stunde zu früh seien und wir erst um 14.00 Uhr einziehen könnten. Das lässt uns Zeit die Örtlichkeiten unter die Lupe zu nehmen. Der vermooste grüne Pool und die heißen Quellen mit dem die Lodge lockt, wirken weniger einladend. Der Aufenthaltsraum mit Bar sind wie in einem Safaricamp rustikal mit Fellen und allerlei afrikanischen Firlefanz hergerichtet. Jedoch dringt nur wenig Licht in die düster wirkende Halle. Das ganze Haus wirkt ein wenig stillos, im besonderen das Haupthaus mit seinen 4 Sterne Lodgezimmern, was durch die Zahlungsaufforderung bei Ankunft unterstrichen wird. Erst als wir am Nachmittag in unser Log Cabin einziehen, fühlen wir uns wohler. Die angeblich 5 Sterne dekorierte Rundhütte ist sehr klein, aber behaglich. Sie ist mit vielen afrikanischen Accessoires eingerichtet und bietet ein romantisches Flair für ein Paar. Sie verfügt zudem über einen Fernseher, eine Tee- Kaffeezubereitungsmöglichkeit, hat jedoch weder Minibar noch Badewanne. Der Blick auf das sandige Reservat ist ungetrübt. Bei einer Tasse Tee lassen wir den Blick vorbei an den wenigen Büschen schweifen und sind enttäuscht, wie wenig Vögel in der Nähe sind.

Noch immer weht der Wind sehr stark, so dass der Game Drive am Abend zu einer sehr kühlen und sandigen Angelegenheit wird. Der alte Lkw mit seinen offenen Sitzreihen, wirkt sehr rustikal. Der blonde Ranger nimmt auf dem Dach des Fahrerabteil Platz und erläutert uns während der Fahrt die Tiere. Nachdem wir die erste Umzäunung passieren entdecken wir die 5 der 10 Cheetahs, die in einem geschlossenen Gebiet gehalten werden. Entlang des staubigen Farmpfaden geht es über die Lichte Ebene bis wir in einem kleinen Tal die 2 Elefanten erblicken. An einem Wasserloch entdecken wir zudem einen Büffel und einen Wasserbock. In weiter Entfernung auf einem nächsten Hügel stehen die zwei whitelip rhinos. Einen Kilometer weiter sehen wir einige Gnus, Zebras und eine Herde Strauße. Bei der Herde Springböcke halten wir für einige Zeit an. Als wir erneut an einen Zaun kommen entdeckt einer der Teilnehmer in weiter Entfernung ein Löwenpärchen in einem zweiten abgeteilten Gebiet.

Am Abend genießen wir unser Log Cabin so richtig und lassen die Erlebnisse bei unserer mitgebrachten Flasche Van Loveren Wein noch einmal aufleben. Am nächsten Morgen wird das Frühstück in einem offenem Booma serviert. Ganz in Safarimanier wird der Kaffee aus dem Plastikcontainer gepumpt. Es gibt jedoch keine frischen Früchte, sondern Müsli mit Dosenfrüchten, einen einfachen Nektar und auf offenem Feuer zerkochtes Rührei, vertrockneten Speck, verschrumpelte Würste, einen Tomaten-Zwiebeleintopf und Fisch.

Auf der Rückfahrt nach Hermanus Tanken und Essen wir erneut im Whistle Stop in Riviersonderend und gedenken der letzten Tage. Die Naturgewalt des Meeres und die Wellen in Stilbaai haben einen größeren Eindruck hinterlassen, als das einfache Game Reserve.

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