Chris Art & Travel


Direkt zum Seiteninhalt

Südafrika - Safari

Reiseerzählung



Beinahe wie auf einer Safari


Reiseimpressionen


Der Raum wurde immer kühler und das stark gesteifte Bettuch kratzte unangenehm auf der Haut. Die Klimaanlage blies eiskalte Luft in den Raum, und der Ventilator war so laut, dass nicht ein einziges Geräusch von draußen in den Raum hinein drang. Scheinbar isoliert, waren kaum noch Anzeichen vorhanden, wo wir uns befanden.

Das laute Surren ließ uns kaum schlafen. Erst blickte ich lange fasziniert hinauf auf die gekreuzten Stämme, die das Reetdach stützten, dann blickte ich umher in die kleine runde Hütte, die exotisch einfach und doch behaglich eingerichtet war. Erst nach Mitternacht entschlossen wir uns die Klimaanlage auszuschalten und schliefen eine zeitlang, bis die Hitze im Raum unerträglich wurde und wir die Klimaanlage wieder einschalteten.

Völlig gerädert wachten wir am frühen Morgen auf. Eine erfrischende Dusche belebte unsere ermatteten Körper. Das kleine Badezimmer hatte eine ungewöhnliche runde Form, und war vollständig dunkelgrün gekachelt. Auf einigen der Fliesen befand sich das Emblem des Nationalparks. Es war erst kurz vor fünf als wir, nur mit einem T-Shirt bekleidet, aus dem Rondavel traten. Jene kurzen Schritte aus der Hütte schienen dann wie ein Schritt in eine völlig andere Welt. Die warme, feuchte Luft schlug uns ins Gesicht wie ein tropischer Regen. Alles war ruhig und friedlich, die Vollkommenheit des Augenblicks war atemberaubend. Der Blick hinunter auf den Fluss ein unvergessliches Erlebnis.

Die Sonne war noch nicht aufgegangen, lediglich ein sanftes violettes Morgenlicht bedeckte die olivegrüne Umgebung. Das Licht war stark genug um auf den schlammigen Fluss hinunter zu schauen. Nachdem wir mit dem bloßen Auge zunächst kein Wild entdeckten, ging ich hinein um das Fernglas zu holen. Es war völlig ruhig um uns herum, so das auch wir versuchten uns lautlos zu bewegen. Als ich aus der Hütte wieder heraustrat, beschlossen wir uns mit dem Fernglas auf die kleine Mauer zu setzen, die das Rondavel und ihre kleine Terrasse umgab. Der Blick war einfach perfekt, und wir waren glücklich darüber auf dieser Seite des Camps Quartier bezogen zu haben. Das Camp lag auf einem Hügel und war rundherum eingezäunt. Unsere Hütte stand am nächsten zum Fluss, nur wenige Meter vom Zaun entfernt. Ich setzte gerade das Fernglas an, als ich in einiger Entfernung eine Staubwolke sah, die sich mehr und mehr dem Fluss näherte. Nur wenige Minuten später sahen wir ihn. Einen Elefanten der sich mit seinem plumpen schweren Körper durch die kleinen schmalen Büsche drängte und sich dem Fluss zuwandte. Kurz darauf folgte seine Familie seinem Beispiel. Die Elefanten waren so laut, dass wir sie jetzt sogar hörten.

Wir konnten unser Glück kaum fassen. Die großen faszinierenden Tiere begannen ihr morgendliches Wasserspiel mit uns als Zuschauer. Wir blickten uns um, um festzustellen ob auch andere Personen dem Schauspiel mit dem Fernglas folgten. Doch wir waren die Einzigen die bereits wach auf ihrer Veranda saßen. Voller Begeisterung sahen wir den Elefanten beim ausgiebigem Planschen zu und genossen die Stille die über dem Camp lag. Wir vermieden viele Worte, flüsterten nur, in der Hoffnung jedes Geräusch der von den Tieren herüberdrang voll auszukosten. Wir konnten es kaum fassen, endlich sahen wir sie, nur wenige hundert Meter von uns entfernt, befand sich eine Herde wilder Elefanten. Wilde Tiere, in Ihrer natürlichen Umgebung zu betrachten, aus diesem Grund waren wir hierher gekommen.

Bereits am Tag zuvor waren wir am frühen Morgen in den Park gefahren. Die ersten Tiere die wir zu sehen bekommen hatten, waren Impalas, spät am Abend hatten wir bereits viele von ihnen gesehen, jedoch kein anderes Wild und wir waren zu dem Schluss gekommen, das wo Impalas friedlich weiden, Raubkatzen nicht zu finden sind. Bei einem Nationalpark der von Nord nach Süd 360 km und von Ost nach West 60 km misst, kommt schnell die Befürchtung auf, auf der falschen Seite des Parks zu sein.

Für vielleicht eine halbe Stunde genossen wir das Spektakel am Fluss. Wir sahen den niedlichen unbeholfenen Kleinen zu, wie sie mit ihrem schwingenden wabbeligen Rüssel mit ihrer Mutter spielten und bemerkten, dass sich keine anderen Tiere an den Fluss trauten. Ein schneller Sonnenaufgang weckte schließlich die Bewohner des Camps und die Elefanten verließen den Fluss. Es dauerte nicht lange bis sie zwischen den Büschen verschwunden waren.
Es war Zeit für uns aufzubrechen. Um Punkt 06.00 Uhr öffneten sich die Tore und wir verließen die Zivilisation. Der Morgen ist bekanntlich die beste Zeit um nach Tieren Ausschau zu halten. Jetzt liefen sie noch umher, später würden sie nur noch matt unter schattigen Bäumen liegen und sich unbewusst vor uns verstecken.

Mit der Wegekarte und der Kamera auf dem Schoß begaben wir uns auf Entdeckertour.

Das Gefühl von wildem Abenteuer und die exotische Begeisterung überwand schnell die leichte Müdigkeit. So begannen wir den zweiten Tag unserer eigenen kleinen Safari. Die Karte war ein wichtiges Utensil. Die strikte Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h auf geteerten bzw. 40 km/h auf Schotterstraßen erlaubte keine großen Umwege, wenn wir vor Sonnenuntergang das nächste Camp erreichen wollten. Um Punkt 18.00 Uhr würden die Tore der Camps schließen und würden bis zum nächsten Morgen verschlossen bleiben.

Die Parkbestimmungen waren strikt, aber durchaus verständlich. Das Auto nie verlassen und die Fenster geschlossen halten. Wir gehörten jedoch nicht zu den glücklichen mit einer Klimaanlage im Auto, so dass die große Hitze die zweite Regel unmöglich machte. Wir ließen die Fenster geöffnet und dennoch fiel das Thermometer im Wagen nie unter 45 Grad.

Das Tageslicht war noch immer geprägt von rötlichen Morgentönen als wir die geteerte Straße verließen, um auf eine staubige Nebenstrecke abzubiegen. Unbefestigte Straßen waren zwar lauter als geteerte, aber seltener Befahren. So waren wir zu dieser Zeit die Einzigen die auf den großen Haufen Tierdung zufuhren. So amüsant es auch klingen mag, die Schlussfolgerung war klar, der Dung war frisch, so dass das Tier, welches relativ groß sein musste, noch in der Nähe sein konnte. Wir beschlossen, dass die Spuren eine Verfolgung wert waren und wirklich, wenig später sahen wir einen großen Schatten links von uns im Gebüsch. Kurz darauf bewegte sich das Tier hinaus und schritt auf eine Lichtung zu. Es war wie wir erhofften ein Elefant und wir konnten uns ein kleines Lächeln über unsere Schlussfolgerung und unser Glück nicht verkneifen. Zum ersten Mal in unserem Leben waren wir einem wilden Tier so nah, dass wir nicht einmal wussten wie wir uns verhalten sollten. Begeistert und aufgeregt bewunderten wir das graue faltige Tier. Aus dieser Perspektive sah es so gewaltig aus, das mein Versuch es zu fotografieren der Nervosität zum Opfer fiel. Zum Glück gab uns der riesige Koloss keinen weiteren Anlass beängstigt zu sein und an eventuelle Reaktionen zu denken, er gab uns nicht einmal genug Zeit ein anständiges Foto zu abzulichten und verschwand nur Minuten später im dichten Gestrüpp. Wir warteten noch einen Moment bis wir sicher waren das er verschwunden war und fuhren dann weiter, in der Hoffnung auf weitere Elefanten zu treffen. Diese Hoffnung wurde jedoch enttäuscht. Wir ahnten noch nicht, das jener Elefant der letzte sein sollte, den wir während unseres gesamten Aufenthalts zu sehen bekamen.


In den darauffolgenden drei Stunden entdeckten wir keine weiteren Tiere und die Enttäuschung in uns wuchs. So begann ich das Beiblatt des Nationalparks noch einmal durchzulesen. Eine beigefügte Liste gab Aufschluss über die Anzahl der im Park befindlichen Tiere. Die Zählung hatte man erst vor einigen Monaten vorgenommen. Ich sah wieder in die Büsche und sagte schnell ‘Dort ... ist das nicht ein Büffel?’.... wir schauten uns um, ‘Nein, wieder nur ein Stein’, Wir bemerkten schnell das man nach Stunden der Erfolglosigkeit begann Tiere zu sehen, wo gar keine waren. ‘Aber einer der tausenden von Büffel oder einen der tausenden von Elefanten muss sich doch mal zeigen.’ sagte ich betrübt, den Schweiß von meiner Oberlippe wischend. Wir bemerkten, dass das monotone Fahren im zweiten Gang uns müde machte.

Zu dieser Zeit fuhren wir in Richtung einer Wasserstelle, welche ich vor Antritt der Fahrt markiert hatte und die über einen kleinen Umweg zu erreichen war. So entschlossen wir uns einen Abstecher dorthin zu wagen.

Im Schritt-Tempo fuhren wir auf das Wasserloch zu. Nicht ein einziges Tier war zu entdecken, nicht einmal ein Impala. Wir stellten den Motor ab und hofften das wir jetzt nicht mehr abschreckend wirkten und versuchten vorsichtig jedes Geräusch wahrzunehmen, doch hörten nichts. Es war um die Mittagszeit und die gleißende Sonne glitzerte auf dem braungelben Wasser. ‘Einige von ihnen müssen doch durstig sein’, dachten wir. ‘Mittagessen, Tierchen’, sagte ich laut, ‘zeit zu essen und zu trinken’. Doch es passierte nichts. So beschlossen wir selbst unsere mitgebrachten Sandwichs und ein wenig Biltong zu uns zu nehmen, und genossen dabei den weiten Blick über die Wildnis. Die schöne Aussicht und eine große Anzahl Moskitos die sich zu uns gesellten, war das einzige was wir zu Gesicht bekamen und so fuhren wir weiter.

Als wir wieder auf die geteerte Straße fuhren, sahen wir einige Autos auf beiden Seiten am Straßenrand stehen. Einige der Personen sahen nach rechts, andere wiederum nach links, was es nicht einfacher machte zu entdecken welche Tiere in Blicknähe waren. Während alle ins Gebüsch sahen, sah ich geradeaus und entdeckte eine Giraffe die gemächlich auf der Straße ging und direkt auf uns zukam. Sie wurde begleitet von drei Impalas und ich fragte mich, dieser Menschenauflauf für vier Tiere, dass konnte es nicht sein.

Nachdem die bemerkenswerte Giraffe gemächlich an uns vorbei getrottet war, fuhren wir langsam durch die Mitte an den haltenden Autos vorbei und hielten kurz, um ein älteres Paar, welches noch immer in die Büsche blickte, nach der Begebenheit zu fragen. Der Mann kurbelte sein Fenster noch ein Stück herunter und sagte mit einer aufgeregten Stimme. ‘Ein Löwe soll heute morgen ein Impala gerissen haben und der tote Impala liegt noch unverspeist dort drüben’, und zeigte hinüber auf ein Gebüsch. ‘Und der Löwe?’ fragte ich gespannt. ‚Hat sich seitdem nicht mehr blicken lassen’ antwortete der Mann. Kein Wunder dachte ich, wer will schon bei einem Blitzlichtgewitter neugieriger Bilderjäger speisen. Wir sahen keinen Grund länger zu warten und entschlossen uns weiter zu fahren. Aufgrund der vielen Fahrzeuge, suchten wir uns die nächste Seitenstraße.

Kaum waren wir abgebogen, saßen plötzlich mehrere Paviane vor uns auf der Straße. Langsam fuhren wir heran. Als wir näher kamen, stellten wir fest, dass es sich um eine ganze Herde handelte, die sich entlang der Strasse in den Bäumen und im Gesträuch tummelte. Ein alter, sehr großer Pavian schlenderte wippend voller Stolz mitten auf der Straße entlang. Er machte keine Andeutungen zur Seite springen zu wollen, und als wir vor im stoppten, blickte er uns hochnäsig an, als wollte er sagen, ‘geht mir aus dem Weg’. Doch dann bewegte er sich doch ein wenig nach rechts und trottete langsam an unserem Auto vorbei. Während wir ihm hinterher blickten, war ein anderer so nahe an das Auto gekommen, das wir nur noch seinen Sprung auf unsere Motorhaube sahen. Unsere Fenster waren nur noch einen Spalt offen, doch hier war Vorsicht geboten und ich rief, ‘schnell die Fenster zu. Ich wusste das Paviane schwere Verletzungen verursachen können und vor nichts zurückschrecken. Nachdem die Fenster richtig zu waren und wir den Motor erst einmal abstellten, fühlten wir uns sicherer. Jetzt genossen wir den Anblick des Pavians der nur eine Armlänge von uns entfernt saß. Er schien sich auf unserer warmen Motorhaube wohlzufühlen und sprang hin und her, ständig an einer Frucht knabbernd. Als wir annahmen er wollte uns wieder verlassen, sprang ein zweiter auf unser Autodach. Für fast eine halbe Stunde sahen wir den Pavianen um uns herum zu, sahen wie sie einander kratzen, aßen und fragten uns wie sie es mit ihren kahlen rosafarbenen Hinterteilen auf der heißen Motorhaube aushielten. Hyperaktiv wie sie waren, konnten wir uns glücklich schätzen, dass sie uns solange mit ihrer Anwesenheit beehrten und nicht schon eher wieder im Gebüsch verschwanden.

In den nächsten Stunden sahen wir einige Geier, die in weiter Entfernung hoch oben, auf einem verdorrten Baum saßen, einige Gnus im Schatten stehend und wir verfolgten drei Zebras die sich unter eine Herde Impalas mischten.

Kurz nach vier, bemerkten wir das es Zeit wurde, das Tempo zu forcieren, um rechtzeitig das nächste Camp zu erreichen. Somit fuhren wir schneller, zu schnell um weiteres Wild zu erspähen. Lediglich einige Impalas kreuzten unsere Strecke. Weitere Tieren nahmen wir nicht war, zu groß war unsere Angst vor geschlossenen Toren zu stehen.

Ein kräftiges wunderschönes Abendrot begleitete uns auf unseren letzten Kilometern zum Camp das wir zehn Minuten vor Torschluss erreichten. Kurz bevor das letzte knallige orange in ein sanftes rot-violett überging, erreichten wir unser Rondavel, welches ähnlich gehalten war wie die Hütte im letzten Camp. Wir blieben nur kurz , legten unsere Taschen ab und begaben uns gleich wieder nach draußen um das letzte Licht für einen kleinen Spaziergang zu nutzen um das Camp zu erkunden. Ähnlich wie im ersten Camp bestand es hauptsächlich aus rundlichen Hütten die Reet gedeckt waren. Einige Gebäude in der Mitte waren quadratisch. Die Dächer der Rondavels waren nicht höher als die vielen Bäume unter denen sich die Unterkünfte befanden, so dass aus der Ferne das Camp kaum zu entdecken war. in der Mitte befand sich das Restaurant und ein gut ausgerüstetes Geschäft, das vor allem Souvenirs anbot. Der ganze Laden roch nach Leder und Holz. Wunderschöne Fotografien zeigten die Vielzahl der im Park befindlichen Tierwelt, so dass eine nähere Betrachtung der Postkarten und Bilder neue Hoffnung für den nächsten Tag in uns weckte.

Nach unserem Rundgang gingen wir zurück zu unserer Hütte. Wir duschten kurz, zogen uns an und begaben uns auf den Weg zum Abendessen. Im Restaurant konnte man den Missmut anderer Parkbesucher spüren. Die Gespräche konzentrierten sich immer wieder auf die glücklose Suche nach Wild und so wurden Erfahrungen ausgetauscht. Nur ein Paar konnte erfolgreich über einen Besuch an einem Wasserloch berichten, alle anderen Erfolgserlebnisse waren nicht lokalisiert worden. Fast jeder fragte den Kellner, ob er nicht verraten könnte in welcher Gegend sich die Löwen aufhalten. Lediglich ein großes freundliches Lächeln machte sich auf dem Gesicht des Mannes breit, wobei verneinend den Kopf schüttelte.

An jenem Abend aßen wir zum ersten Mal Büffelsteak, welches sich als sehr zart und schmackhaft erwies. Nach dem Essen begaben wir uns zu einem Schlummertrunk in die kleine rustikale Bar und kamen ins Gespräch mit einem anderen Paar, welches tatsächlich im Vorjahr einen Löwen beobachtet hatte, wie dieser einen Impala jagte. Wir sahen einander an und ahnten, dass wir sicherlich nicht soviel Glück haben würden. Das Gefühl inmitten der Wildnis auf einem Barhocker zu sitzen, war eigenartig und doch sehr einprägsam. Als wir gingen, wünschte uns das Paar Glück für den morgigen Tag und gab uns den Namen eines kleinen Sees mit auf den Weg, der um diese Jahreszeit viele Tiere anlockte.

Kurz vor zehn gingen wir zurück zu unserer Hütte, sprühten ein wenig ‘Peaceful Sleep’ auf unsere Arme und Beine und setzten uns für eine Weile auf die Veranda. Die vielen Moskitos konnten uns nichts mehr anhaben und so genossen wir den klaren dunkelblauen Himmel. Ich war mir sicher noch nie zuvor so viele leuchtende Sterne gesehen zu haben. Für eine halbe Stunde erfreuten wir uns an der Stille des afrikanischen Buschs, ließen den Blick über den südlichen Sternenhimmel auf uns wirken und lauschten den eigenartigen Geräuschen der Wildnis.

Ohne die Illusion an jenem See tatsächlich auf Wild zu stoßen fuhren wir am nächsten Morgen direkt dort hin. Dieses mal sollten wir es nicht bereuen. Gerade als der See bereits in der Entfernung zu sehen war, sprang ein wunderschöner Kudubock aus dem Gebüsch und überquerte nur Meter vor uns die Straße. Wir hielten sofort an und tatsächlich, zwei Weibchen folgten ihm in sicherer Entfernung. Sehr langsam fuhren wir weiter und stellten uns in einiger Entfernung zum See unter einen Baum. Wir verhielten uns ruhig und warteten. Das Licht war noch sehr fade, aber es war gut genug um den Kudubock nur Minuten später majestätisch aus dem Gebüsch heraustreten zu sehen. Es war der selbe Bock der an uns vorbei gesprungen war. Er hatte im Gebüsch gewartet bis es ruhig geworden war und schritt nun auf das Gewässer zu. Mit seinem aufrechten Gang und weitverzweigten Hörnern war seine Erscheinung überwältigend. Die lichten Streifen auf seinem Fell gaben ihm den exotischen Hauch der Steppe und so wurde der Anblick der größten Antilope der Welt, inmitten der Wildnis, für uns zu einem unvergesslichen und bedeutsamen Erlebnis. Wir beobachteten seine Bewegungen und bewunderten seine Wachsamkeit. Er schaute sich mehrmals um und als er der Meinung war, die Umgebung sei sicher, gab er den beiden Weibchen ein Zeichen. Erst jetzt Schritten diese auf die Lichtung hinaus hinüber zum Wasser. Der See war klein und das Wasser schlammig gelblich braun, und plötzlich sahen wir ein Krokodil ans Ufer gleiten. Den Kudus schien das gleich zu sein. Wir waren begeistert über den Anblick des Reptils und waren froh, das kein weiteres Auto kam und die Tiere verscheuchte. Die Kudus verweilten nur kurz und nachdem sie im Gebüsch verschwunden waren, trottete eine Giraffe geradewegs auf das Wasser zu. Als es das Krokodil entdeckte, nahm es plötzlich einen kleinen Umweg. Dieser Morgen entpuppte sich als einer der aufregendsten, die wir in vergleichbaren Nationalparks jemals erlebt haben. Nachdem Auftreten der Giraffe kamen zudem einige Wasserböcke und zum Abschluss zwei Büffel. Erst als das Wasserloch wieder verlassen war machten wir uns auf die weitere Fahrt.

Einige Stunden später kreuzte eine Warzenschwein Familie die Straße. Kurz darauf beobachteten wir wie ein Kranich parallel zur Straße durch das lange Gras stakste und in einiger Entfernung kreiste majestätisch ein Fischadler.

Gegen Mittag hielten wir an einem Picknick Camp, welches über keine Gebäude verfügte jedoch zum Schutz eingezäunt war. Unsere Rast wurde durch den Besuch mehrerer exotischer Vögel zu einem weiteren Erlebnis. Die Vögel verhielten sich wie alle anderen Tiere, sie waren nicht daran interessiert von uns fotografiert zu werden.

Kurz bevor wir unser nächstes Camp erreichten, sahen wir noch einige Gnus, drei Zebras und weitere Impalas und zum Ende machte uns eine große Familie von Blauaffen die Ehre sich am Wegesrand zu zeigen. Wir blieben eine letzte Nacht. Eine wunderschöne Erfahrung ging ihrem Ende entgegen. Kurz bevor wir den Park am nächsten Tag verließen wurde unser Aufenthalt mit dem Anblick eines Schakals gekrönt, der so schnell wieder im Gebüsch verschwand wie er aufgetaucht war. Sein Anblick gab uns ein letztes Mal das Gefühl, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben, Erlebnisse beinahe wie auf einer richtigen Safari.




Homepage | ART | Photographie | Kunst | | TRAVEL | Kreuzfahrten | Irland | Portugal | Südafrika | WOHNMOBIL | Bretagne | Dänemark | Norwegen | Schottland | Schweden | IMPRESSIONEN | Reiseerzählung | Poesie | | Die Autorin | Datenschutz | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü