Chris Art & Travel


Direkt zum Seiteninhalt

Schweiz

Reiseerzählung



Eindrücke einer Schweizreise


..... Im Hintergrund spielt ein Streichorchester an der Kurpromenade, ein Schaufelraddampfer dampft schwappend heran und man spürt sie ...... die Ruhe. Die umliegenden Berge strecken sich mehr als 2500 m gen’ Himmel, und auf ihren Gipfeln genießen Wanderer die klare Sicht auf die Berner und Glarner Alpen. Lauschige Harmonie, malerische Idylle im Mittelpunkt der Schweiz, am Vierwaldstättersee. Von der kleinen Promenade des beschaulichen Ortes Weggis haben wir einen herrlichen Blick auf den eher schmalen, 38 km langen See. Das Wasser ist einladend klar und mehr als 200 m tief.

Nach Osten erstrecken sich elegante und auch bäuerliche, aber stets gepflegte kleine Kurorte. Im Westen liegt Luzern. Eine Stadt, die uns durch seine historische Altstadt, mit seiner hölzernen Kapellbrücke, der altertümlichen Museggmauer mit neun verschiedenen Türmen und seinem überraschend jugendlichem Charme bezaubert hat. Die prunkvolle Promenade wird von kleinen knorpeligen Bäumen gesäumt und bietet ein prächtiges Alpenpanorama über Rigigruppe, Bürgenstock, Stanserhorn, Pilatus, Glarner- und Engelberger Alpen.

Nur wenige Tage später führt uns der Weg dort hinauf. Unaufhörlich windet sich die Straße nach oben, bis wir das langgestreckten Tal der Aare, den Brienzer See erreichen. Auch hier sind die hölzernen Häuser mit blühender Pracht geschmückt. Alles ist sehr sauber und ordentlich. Kurz hinter dem touristischen Mittelpunkt Interlaken, erklimmen wir nach und nach ein schmales Tal, bis wir auf 1050 m Höhe Grindelwald erreichen. Zum ersten mal blicken wir hinauf auf Viertausender. Auf Mönch 4099 m, Jungfrau 4158 m und Eiger 3970 m, die in diesem Moment fast mystisch durch die Regen verquollenen Wolken hindurchlugen. Wir haben das atemberaubende massive Berner Oberland erreicht. 40 km entfernt in Lauterbrunnen beobachten wir wenig später das fade Naß des Staubbachfall, welches sich 300 m in den dunklen schmalen Talgrund ergießt. Das Tal wirkt beklemmend. Im Winter erreicht die Sonne die Talsohle nicht vor 11 Uhr. Das Berner Oberland, ein wahres Paradies für Wanderer, bietet uns zahlreiche Möglichkeiten die Natur hautnah zu erleben.

Einige Tage später führt uns der Weg nach Süden zunächst hinauf in die karge Welt der Gletscher. Kehre um Kehre schleppt sich unser Auto höher und höher. Das saftige grün der Wiesen wechselt in kargen Baumbestand, später gar in glatte, von hartgesottenen Gräsern flankierte Felsen. Bis wir die Passhöhe erklimmen. Erst Grimselpass, dann Furkapass, wo uns das kristallblau des Rhonegletschers fasziniert verweilen lässt, bis wir am Gotthard in eine neue Welt eintauchen.



Der linke Nebenfluss des Po, gab der Region seinen Namen, Ticino. Geradezu betörend wirkt der Blick hinüber auf eine bezaubernde Region. Eine abwechslungsvolle Szenerie beginnt. Alles ist ein wenig unordentlich, ein wenig grauer, so scheints’, doch je weiter man dem Lago Maggiore kommt, desto magischer zieht der See einen an. Es beginnt mit den ersten Boten des Südens, den Kastanien und Nussbäumen, dann ziehen sich Weinreben durch die Hänge, exotische Pflanzen gesellen sich hinzu. Das Tessin, es strahlt etwas Geheimnisvolles aus. So schnell wie am Gotthard wechselt die Welt sonst nirgends. Das Klima verwöhnt, die Natur wirkt ungebändigt, getaucht in üppige Vegetation und die Geschichte scheint allgegenwärtig. Es fasziniert und berauscht, ein Mekka der schöpferischen Ruhe, ein Ort für unbegrenzte Motive.

Am Lago Maggiore ist die Verschmelzung von alpiner Frische und südlicher Milde zur Perfektion abgeschlossen, einmalig und hinreißend. Am Lago, dem tiefsten Punkt der Schweiz, herrscht das mildestes Klima des Landes. Während am Zenit schneebedeckte Gipfel an die nahen Gletscher erinnern, blüht die Flora anmutend am See. Im Hinterland erstrecken sich bizarre felsige Täler und reiche Wälder. Öl- und Feigenbäume, Zypressen und Oleander schmiegen sich an die von Sonnenstrahlen umfluteten Hügel. Lorbeer, Rosmarin, Lavendel, Mandeln und Zitrusfrüchte bereichern die Sinne.

Vom Campingmekka Europas, am Nordende des Sees blicken wir auf den 212 qkm großen und fast 400 m tiefen Lago Maggiore.

In Sichtweite liegt Locarno, ein Ort der mit seinen Palmen entlang der Promenade und seinen blühenden Pflanzen ein wenig an Nizza erinnert.

Unser erster Ausflug geht zum Lago di Lugano, dem benachbarten See. Zunächst führt der Weg vorbei am Malcantone, einem Paradies für Wanderer, wo das dichte grün der Kastanien und Laubbäume die Landschaft bedeckt. Unweit vom Malcantone liegt Lugano, die größte und heimliche Hauptstadt des Tessins. Lugano ist nach Zürich größter Finanzplatz der Schweiz. Zum Leitwesen der Stadt hat das Prestigedenken Wunden in die sehenswerte Altstadt gerissen. Entlang einer schmalen steilen Straße fahren wir hinauf auf den Berg Monte Bre (933 m), von dem wir den herrlichen Blick hinunter auf Stadt und auf den See genießen.

In Sichtweite, knapp 20 km von Lugano entfernt liegt Morcote. Einer der schönsten Orte am Lago di Lugano, und nicht übertrieben das ‘Schatzkästlein des Tessins’ genannt. Der Ort ist pittoresk auf Terrassen angelegt und im Dorfinneren sind die Häuser verschachtelt. Morcote verfügt über eine kuriose Parkanlage und lädt mit seinem lieblichen Charme zum sesshaft werden ein.

Einen zweiten Ausflug machen wir nach Ascona. Eine Stadt die uns, mit ihrem Ambiente und luxuriösem Flair ein wenig an Cannes erinnert. ‘Wer die Bühne der Eitelkeiten liebt, wird Ascona lieben’, sagt der Reiseführer. Wer wie wir nicht dazu gehört, belächelt und amüsiert sich und gesellt sich zu den Schaulustigen in den Straßencafes an der Piazza Motta, der Uferpromenade. Ein wenig nostalgisch wirken die verwinkelten Gassen im Borgo, dem alten Ortskern, heute ein Einkaufsparadies für Wohlhabende. Vergeblich suchen wir nach den Überresten des ehemaligen Fischerdorfes.

Über eine schmale Straße, hinauf auf die Hügel vor Ascona, gelangen wir nach Ronco: Bevorzugt thront der ‘Balkon der Schweiz’ über dem Lago Maggiore. Prachtvolle Villen und Residenzen kleben an den steilen Hängen, rund um den alten Stadtkern in 350 m Höhe. Nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt, genießen wir jenes grandiose Panorama, welches früher Dichter und Maler anzog. Kurz darauf erreichen wir Brissago, ein Ort der durch seine Lage überzeugt. Während sich unten am Ufer historische Bürgerhäuser im See spiegeln, ist der Berghang mit edlen Villen verhangen. Brissago verdankt seinen Reichtum dem Grenzverkehr mit Italien und dem Tabak.

Unerlässlich im Tessin, ist ein Tagesausflug ins ‘Alto Ticino’, ins Valle de Verzasca. Schon die Fahrt hinein ins Tal ist beeindruckend. Unweit der Taleinfahrt blicken wir auf die 220 m hohe Staumauer, jene von der sich James Bond, bzw. Pierce Brosnans Stuntdouble hinunterstürzte. Die 1959 erbaute Staumauer wirkt auf den ersten Blick eher schmal, aber sie ist die höchste Europas. Das Tal der Verzasca ist eng und steile Hänge ranken bis zu 2800 m hoch.

Die Straße führt langsam hinauf und schon bald bewundern wir das smaragdgrüne Wildwasser des Flusses ‘Verzasca (= grünes Wasser)’. An der römischen Brücke in Lavertezzo machen wir halt. Die Ponte dei salti, ist eigentlich eine mittelalterliche Steinbrücke und ein beliebtes Ziel im Tal. Der Gletscherfluss hat die Steine hier geradezu blank geschliffen und diese Stelle am Fluss dient als riskantes Freibad. Das 25 km lange Tal besticht durch seine unberührte Natur und antiken Wandbilder. Die soliden grauen Rustici, die trocken gemauerten Steinhäuser, scheinen verlassen. In dem kleinen Bergdorf Corippo fühlen wir uns ins Mittelalter versetzt. Der Ort ist ein geschütztes Denkmal, in dem kleine verwinkelte Gassen und Häuser auf Terrassen angelegt sind.



Für die letzen Tage unserer Reise begeben wir uns zurück in die deutschsprachige Schweiz. Vom Tessin nehmen wir den San Bernadinopass, der sich als einer der schönsten Alpenpässe entpuppt. Über 18 scharfe Kehren führt uns der Weg 2065 m hoch und von dort genießen wir einen schönen Rundblick auf das Rheinwaldtal und 3000 m aufragende Gipfel. Vorbei an Chur, einer modernen Geschäftsstadt mit Altstadtkern; Bad Ragaz einem renommierten Kurort mit bestechender Eleganz; und dem wunderschönen grünen Tal der Thur, einem Paradies für Wanderer; geht es ins Appenzeller Land. Die Region der alten sennischen Kultur, Bauernmalerei und Sattlereien. Streichmusik und schmucke Volkstrachten gehören zu den urtümlichen Traditionen der geselligen Appenzeller und alles erscheint uns ein wenig bunt, besonders nach der Ursprünglichkeit des Tessins. In Jakobsbad, 876 m hoch, beziehen wir Quartier. Eine Seilbahn bringt uns am Tag darauf, über eine Strecke von 3,2 km hinauf auf den 1663 m hohen Kronberg.

Von dort haben wir einen atemberaubenden Blick auf den Säntis und das Alpsteinmassiv. Wir beobachten Paraglider und Wanderer, und nach einer gemütlichen Brotzeit mit Laugencroissants machen wir uns an den Abstieg. Der Pfad führt vorbei an hellbraunen Kühen, die uns bereitwillig vorbei wandern lassen und erweist sich auch für Freizeitwanderer als geeignet. Das Kuhglockengeläut begleitet uns entlang saftig grüner Wiesen und vereinzelten Wiesenblumen bis hinunter nach Jakobsbad, wo wir unsere eindrucksvolle Reise bei einer Flasche Rotwein aus dem Tessin und einer Brotzeit mit frischem Appenzeller Käse ausklingen lassen........


Homepage | ART | Photographie | Kunst | | TRAVEL | Kreuzfahrten | Irland | Portugal | Südafrika | WOHNMOBIL | Bretagne | Dänemark | Norwegen | Schottland | Schweden | IMPRESSIONEN | Reiseerzählung | Poesie | | Die Autorin | Datenschutz | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü